030 88718920

Schematherapie Curriculum

5 Workshops mit ISST Zertifizierung
immer Freitag 16.30 – 20.00 und Samstag 9.30 – 16.30
In Kooperation mit der Oberbergklinik Berlin/Brandenburg

Aktuelles

Das Zentrum für Seelische Gesundheit Berlin Kurfürstendamm bietet in Zusammenarbeit mit der Oberbergklinik Berlin/Brandenburg den Theorieteil der Weiterbildung zum Schematherapeuten an. Die Weiterbildung umfasst 5 Workshops mit 60 Stunden Theorie. Die Teilnahme am gesamten Curriculum beinhaltet den erforderlichen theoretischen Anteil der ISST Zertifizierung.

Schematherapie als „schulenübergreifender Ansatz“

Die Schematherapie ist ein integrativer Behandlungsansatz welcher auf dem Boden entwicklungspsychologischer Theorien, der Lerntheorien und der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt wurde (Young et. al 2008). Dysfunktionale Schemata werden in der Schematherapie als psychologische Konstrukte verstanden, welche individuelle Annahmen über das Selbst, die Umwelt und andere Menschen beinhalten. Die Entstehung der Schemata wird in Zusammenhang mit der frühkindlichen Umgebung inklusive eines Mangels kindlicher Bedürfnisbefriedigung in Kombination mit dem individuellen Temperament gesehen. Im Verlauf eines Lebens werden diese Schemata dann durch multiple Prozesse aufrechterhalten und weiterentwickelt.

Als eine der wichtigsten Weiterentwickelungen dieser transdiagnostischen Ansatzes ist sicherlich der „Schema-Modus-Ansatz“ (Fassbinder et. al. 2014) zu nennen. Ein Schemamodus ermöglicht die Konzeptualisierung intensiver emotionaler Zustände bei Aktivierung auch mehrerer Schemata. Es werden vier Typen unterschiedlicher Modi konzeptualisiert (Jacob und Faßbinder 2015):

  • Dysfunktionale Kindmodi: Sie bilden den emotionalen Kern der Schemata. Wenn diese Modi aktiv sind, werden übermäßige, intensive Gefühle wie Scham, Angst, Traurigkeit oder Wut spürbar.
  • Dysfunktionale Elternmodi: In diesem Modi zeigen sich, ähnlich dem tiefenpsychologischen Konzept der negativen Introjekte, Selbstabwertung und Selbsthass
  • Bewältigungsmodi: Diese enthalten Muster bzw. Abwehrstrategien mit denen die Betroffenen die intensiven emotionalen Gefühle der dysfunktionalen Kind- und Elternmodi vermeiden (z.B. durch Substanzmißbrauch), überkompensieren (z.B. durch narzisstische Selbstüberhöhung) oder sich den Anforderungen unterwerfen.
  • Gesunde Modi: Funktionales und lustbetont-spielerisches Erleben und Handelns werden im gesunden Erwachsenenmodus und im fröhlichen Kindmodus konzeptualisiert.

 

Mit der Möglichkeit zur Konzeptualisierung auch mehrerer aktiver Schemata kann die Schematherapie vor allem zur Behandlung von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und komplexen chronischen Schwierigkeiten genutzt werden.

Termine und Inhalte der nächsten Workshops

4./5. November 2016: Praxis der Schematherapie 2: Stuhldialoge
Referent: Eva Fassbinder

Fokus des Workshops liegt auf der schematherapeutischen Arbeit mit Stuhldialogen. Bei der Stuhlarbeit übernimmt der Therapeut übernimmt eine aktiv fördernde Rolle im Sinne einer „begrenzten elterlichen Fürsorge“. Weiterhin gehören zur Stuhlarbeit Imaginationsarbeit sowie ergänzende kognitive und übende Verfahren. Nach einer kurzen Wiederholung der verschiedenen Modi und dem Ablauf einer schematherapeutischen Modusarbeit wird die therapeutische Stuhlarbeit anhand von Demonstrationen, Videobeispielen und Übungen (in Kleingruppen) trainiert.

Dr. Fassbinder, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ist Oberärztin am Zentrum für integrative Psychiatrie der Uni Lübeck. Sie ist zertifizierte Schematherapeutin mit langjährige Dozententätigkeit zu den Themen Schematherapie, Schematherapie in Gruppen und Borderline-Persönlichkeitsstörung.

9./10. Dezember 2016: Workshop IV: Anwendung und Vertiefung
Referent: Gitta Jacob

In diesem Workshop werden die schematherapeutischen Kenntnisse und Fertigkeiten anhand aktueller Fälle der Teilnehmer angewendet und vertieft. Exemplarisch werden, zunächst im Plenum, anschließend in der Kleingruppenarbeit, schematherapeutische Fallkonzeptualisierungen erstellt und passende Behandlungskonzepte erarbeitet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und/oder ausgeprägter Komorbidität. Der Behandlungsprozess laufender Fälle wird anhand des Modusmodells reflektiert und hinsichtlich eventueller Probleme insbesondere bei der Anwendung der spezifischen schematherapeutischen Techniken diskutiert. Von besonderem Interesse sind das Interaktionsverhalten und die Arbeit innerhalb der therapeutischen Beziehung.

PD Dr. Gitta Jacob, Psychologische Psychotherapeutin, arbeitete von 2002-2010 klinisch und wissenschaftlich in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg. Von 2010 bis 2013 an der Klinischen Psychologie und Psychotherapie der Universität Freiburg. Seit 2013 ist sie leitende Psychotherapeutin bei der GAIA AG Hamburg. Sie ist Supervisorin für Verhaltenstherapie, zertifizierte Schematherapeutin, langjährige Dozententätigkeit zu den Themen Schematherapie, schwierige Situation in der Psychotherapie und Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Termin für den Aufbauworkshop

10./11. Februar 2017: Aufbauworkshop:
Modusarbeit für die Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Referent: Eva Diekmann

Kosten für einen Workshop
290.00 Euro
Bei Buchung von zwei Workshops liegen die Kosten bei 560 Euro, alle drei Workshops kosten zusammen 810 Euro.

Anmeldung

Wenn Sie sich für einen oder beide Workshops anmelden möchten, bitten wir um Benachrichtigung per mail oder per Telefon: 030 88718920.

Kursort

Zentrum für Seelische Gesundheit – Oberberg City Berlin Kurfürstendamm
Kurfürstendamm 216, 10719 Berlin

Jeder Workshop ist mit …. Punkten durch die Ärztekammer zertifiziert.

Literatur

Young JE, Klosko S, Weishaar ME (2008); Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch, 2. Aufl. Junfermann Paderborn
Jacob, G., Arntz, A. (2011). Schematherapie in der Praxis. Weinheim: Beltz..
Zens, C. & Jacob, G. (2014). Schwierige Situationen in der Schematherapie. Weinheim: Beltz.
Jacob, G. & Seebauer, L. (Hrsg., 2013). Fallbuch Schematherapie. Weinheim: Beltz.
Fassbinder E, Schweiger U, Jacob G, Arntz A (2014); The schema mode model for personality disorders, Die Psychiatrie 2014; 11
Jacob G, Faßbinder E (2015) Schematherapie in Gruppen. Psychotherapeut 2015 60:290-294